|
|
Der abgebildete Wunschbrunnen ist ein Runenzauber aus Island,
der offensichtlich einem lunaren Zusammenhang entspringt, denn
die vier "Schüsseln", die aus dem Brunnen schöpfen,
sind Sichelmonde. In Island haben sich matriarchale Symbole und
Bräuche länger als irgendwo sonst in Europa erhalten,
und zwar wegen seiner isolierten Lage und seinem uralten Respekt
für die Priesterin oder die Weise Frau. Quellen und Brunnen
aller Art wurden traditionellerweise von Priesterinnengruppen
bewacht, instand gehalten und verehrt. Einen Wunsch auszusprechen
und dann dem Brunnen zu opfern war eine Art von Gebet, das man
an die im Brunnen wohnende Wassergöttin richtete. Noch immer
wirft man Münzen in den Brunnen und knüpft einen Wunsch
daran, aber der Grund für diesen Brauch ist in Vergessenheit
geraten.
Die mondförmigen Schalen erinnern an die mittelalterliche
Vorstellung, daß Frauen ihre Wünsche nicht an Gott
richten sollten - obwohl inzwischen das Christentum offizielle
Religion geworden war - sondern zu ihrer eigenen Gottheit, der
Mondmutter, beten sollten.
Quelle: B.G.Walker: Die geheimen Symbole der Frauen.
|